Gutshof Bärnau

Nachlese zur Stadtratssitzung am 11. September 2014

Seine liebe Not hat der Bärnauer Bürgermeister Alfred Stier mit kritischen Worten. Anscheinend kann er nicht verstehen, dass sich auch andere Stadträte als die Räte der CSU/JWG-Fraktion Gedanken um die Vorgänge in der Stadt machen. Jedenfalls wurden Nachfragen der Stadträte Rudolf Schmid (CFWG) zum Thema Hackschnitzelheizwerk und Johannes Dill zu mehreren Themen wieder einmal unwirsch beiseite gewischt. Die Entscheidungen der Stadt werden von Herrn Stier lieber nach Gutsherrenart getroffen – und ein Gutsherr muss sich schließlich auch nicht von irgendjemanden dreinreden lassen.

Nur ist es nicht so, dass eine Gemeinde wie Bärnau ein Gutshof ist und die Stadträte zu willfährigen Handlangern verkommen sollten. Denn die meisten Stadträte wollen nur das Beste für unsere Stadt und sachlich über einige Themen reden. Dafür sind wir als demokratisch gewähltes Gremium da. Einige Beispiele: Die Homepage der Stadt (www.baernau.de) wurde seit März 2014 nicht mehr richtig aktualisiert. Das ist, um mit Herrn Stiers Worten zu sprechen, „suboptimal“, wenn man die hohen Erstellungskosten der Homepage bedenkt. Aber eine fundierter und mit Argumenten hinterlegter Hinweis auf solche Dinge werden von Herrn Stier beiseite gewischt. Die GmbH hat immer noch keinen Wirtschafts- und Finanzplan, noch nicht einmal ein Termin zur Erstellung ebendieser Pläne wurde gefunden? Egal! Es geht ja nur um ein paar Hunderttausend Euro.

Natürlich gibt es auch positive Entscheidungen des Stadtrates Bärnau:

  • Der Seniorenbeirat wurde erweitert und umfasst nun acht kompetente und engagierte Mitbürger
  • Senioren der Großgemeinde können nun schon ab dem 65. Lebensjahr die Sibyllenbadfahrten nutzen (bisher: ab dem 70. Lebensjahr)
  • Der kommunale Zweckverband IKom Stiftland hat eine Satzung, die der Stadtrat bestätigt hat. Die SPD hat sich dafür eingesetzt, dass auch diese Satzung als so transparent wie möglich ausgelegt wird und einige Detailfragen klären können
  • Thanhausen feiert 2015 „800 Jahre Hofmark Thanhausen“. Die Ortsgemeinde Thanhausen bekommt einen Zuschuss für die Erstellung einer Chronik, einer Bilderausstellung und zum Abhalten eines festlichen Wochenendes mit Besuch von Staatsminister Söder. Etwaige Gewinne aus dem Fest kommt dem Ortsteil zu, zum Beispiel zur Sanierung des Schlosses o.ä.

Doch anscheinend ist es der CSU/JWG-Fraktion immer wieder einmal ein Bedürfnis, zu zeigen, wer der „Herr im Gutshaus“ ist. Der Rechnungsprüfungsausschuss brauchte nämlich noch einen Vorsitzenden – Gottfried Beer (SPD) hätte diese Aufgabe gerne weiter übernommen, er bringt alle fachlichen Voraussetzungen dafür mit und hat den Ausschuss schon in der vergangenen Periode erfolgreich geleitet. Doch warum der Opposition entgegenkommen? Den arbeitsintensiven Ausschussvorsitz übernimmt nun Christoph Weigl (CSU). Die Entscheidung hierfür fiel mit 10:7 Stimmen. Im Gutshof Bärnau bleibt alles beim Alten.

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