Weihnachtsansprache 2019

Schon gute Tradition ist die Veröffentlichung der Weihnachtsansprache des Fraktionsvorsitzenden Gottfried Beer!

Herr Bürgermeister, sehr geehrte Stadtratskollegen, liebe anwesende Zuhörer.

Wieder ist ein Jahr vergangen, ja auch die 6 Jahre unserer Wahlperiode sind vorbei. Der Wähler wird in ca. 3 Monaten entscheiden, wer auf diesen Stühlen hier Platz nehmen wird.

Ich gehe davon aus und hoffe, dass sich die Zusammensetzung hier im Stadtrat verändert und damit auch die Art der Zusammenarbeit. Ich wünsche mir kein „weiter so!“ Die Arbeit hier im Stadtrat in den letzten 6 Jahren war nicht vergnügungssteuerpflichtig.

Man braucht Mehrheiten um entscheiden zu können. Selbstverständlich! Aber Mehrheiten gehen auch auf die Anderen zu, um sie in die Arbeit einzubinden. Nicht so hier in Bärnau. Nie in diesen 6 Jahren. Wir hatten keine Mehrheit, die versuchte zu verbinden, sondern eine die spaltet. Gerade auf kommunaler Ebene käme es aber darauf an, alle Kräfte einer Gemeinde einzubinden.

Wie gesagt, die Bürger werden es jetzt entscheiden und das ist gut so.

Man sollte nie vergessen: Wir sind nur die Vertreter unserer Bürger – Überheblichkeit ist fehl am Platz und ich betone: Alle sind Vertreter der Bürger!

Dieses Jahr haben wir viele Themen auf dem Tisch gehabt:

  • Ärzte (Zölch-Areal, Seer-Grundstück, Feuerwehrhaus, Ärztehaus Diska-Areal). Diese Lösung ist die Zielführendste und wird von uns unterstützt.

Damit ist die Aussiedlung des Einkaufsmarktes vor die Tore der Stadt auch vom Tisch und das ist gut so.

  • Die Sanierung der Bahnhof- und Phillip-Mühlmeier-Straße wird das Gesicht der Stadt positiv verändern. Unseren Architekten Herrn Stiefler und seiner Mannschaft ist zu danken.
  • Energie bleibt ein Dauerthema: Das Hackschnitzelheizwerk steht nach dem Schließen des Hallenbads und der energetischen Sanierung der Grundschule mehr denn je in Frage. Eine dezentrale Lösung wäre besser gewesen.
  • Altstadtsanierung: Schwarzer Bär ist fertig, jetzt Bischof-Senestrey-Geburtshaus. Es gibt aber auch noch andere Gebäude: z.B. Altes Schloss in Bärnau, das Schloss in Thanhausen oder das ehemalige Schulhaus in Schwarzenbach.
  • Das Schutzhaus Silberhütte: mit einer außergewöhnlichen Lage und überörtlichen Bedeutung. „Natur erleben“ soll das Projekt werden. Passt das zu Schneekanonen mit Kunstschnee?
  • Die Zukunft des Freibads Altglashütte ist nicht gesichert. Leider bekomme ich ein „Deja Vu“ zum Bärnauer Hallenbad wenn ich mir so manche Äußerungen und Planungen anschaue. Diejenigen die für das Bärnauer Hallenbad keinen Finger gerührt haben, wollen jetzt das Freibad retten? Der nächste Stadtrat wird sich diesem Thema annehmen müssen.

Dies ist nur ein Ausschnitt der diesjährigen Themen.

Bei all diesen Themen hätten wir besser vorankommen können, hätte man alle Fraktionen und Stadträte in die Entscheidungsfindung eingebunden. In diesem Stadtrat mit dieser Konstellation ist dies aber scheinbar unmöglich.

Aber was sind schon unsere Probleme im Vergleich zu den Fragen der aktuellen sogenannten großen Politik:

  • Den Problemen die die rasante Klimaveränderung mit sich bringt und inzwischen jeder spürt. Wie übergeben wir diese Welt an unsere Kinder und Enkel?
  • Wie sicher ist der Frieden in Europa? Haben wir nichts gelernt? Man könnte dies meinen, wenn man die z. T. unverantwortliche Meinungsmache mancher Medien und Politiker gegen Russland sieht.
  • Was passiert gegen das Sterben im Mittelmeer? Ich möchte Jürgen Müller, einen 55 jährigen Familienvater aus Franken, erwähnen: er hat jetzt seine Lebensretter-Medaille zurück gegeben. Er hatte ein Mädchen aus dem eiskalten Wasser gerettet. Deren Vater starb damals. Er sieht darin einen Widerspruch, dass er für die Rettung eines Mädchens aus einem bayerischen Fluss geehrt wurde, während Seenotretter im Mittelmeer diskriminiert und strafrechtlich verfolgt werden. Ein Leben sei immer gleich viel wert.

Unser Leitbild – auch für uns im Stadtrat – muss sein: Menschen sind alle gleich: seien sie behindert, schwarz oder weiß, arm oder reich, einflussreich oder eben nicht, Unternehmer oder einfache Hilfsarbeiter, vom Dorf oder von der Stadt, gläubig oder nicht, mit Arbeit oder arbeitslos – egal, sie alle sind Menschen!

Viele Menschen hier in der Gemeinde haben sich wieder für andere eingesetzt und sich für unser Gemeinwohl engagiert. Vieles erfährt man nicht. Es wird nicht an die große Glocke gehängt und trotzdem tun es viele. All diesen möchten wir ganz herzlich danken.

Selbstverständlich gilt unser Dank insbesondere auch unseren Mitarbeitern

  • allen Mitarbeitern in der Stadtverwaltung, die mit Engagement ihre Arbeit verrichten
  • den engagierten Mitarbeitern im Kindergarten, deren Arbeit nicht leichter wir
  • und dem Bauhof die gerade durch hohe Krankenstände einer hohen Belastung ausgesetzt waren. 

Sie verrichten Ihren Dienst für die Bürger unserer Gemeinde und dafür möchten wir allen danken.

Auch dem Pressevertreter, der es sicherlich nicht immer leicht hatte, möchte ich herzlich danken.

Allen Stadtratskollegen – in dieser Zusammensetzung wahrscheinlich zum letzten Mal – und den Zuhörern ein frohes und friedliches Weihnachtsfest, vor allem aber Gesundheit und einen guten Rutsch ins nächste Jahr.