Interview mit Gottfried Beer

Gottfried Beer will unser Bürgermeister werden. Anlass genug, ihm einige Fragen zu stellen!

Wieso willst du eigentlich unser Bürgermeister werden?

GB: Ich finde die Kommunalpolitik faszinierend und freue mich, gestalten zu können. Ich arbeite gerne mit anderen Menschen zusammen, tue dies seit über 45 Jahren in verschiedensten Funktionen. Die letzten sechs Jahre im Stadtrat waren aber nicht vergnügungssteuerpflichtig und man hätte mit einer guten Zusammenarbeit mehr erreichen können.

Während meiner Tätigkeit als 3. Bürgermeister in der Vertretung von Peter Hampel konnte ich bereits konkret Erfahrungen machen. Auch in meiner beruflichen Tätigkeit arbeite ich mit vielen Mitarbeitern erfolgreich zusammen. Ich habe mich in die Themen unserer Gemeinde eingearbeitet und traue mir zu, nach vielen Jahren der politischen Tätigkeit, die Aufgabe als 1. Bürgermeister zu übernehmen. Ehrlich gesagt: Ich freue mich regelrecht darauf! Ich mag die Menschen, die hier leben – und wenn ich durch die Gemeinde fahre, kommen mir hundert Ideen!


Was sind deine „TOP3-Projekte“ für die Amtszeit?

GB: Auf jeden Fall eine Einrichtung für ältere Mitbürger. Der Anteil der Senioren an unserer Bevölkerung steigt und ich finde es bedrückend, dass man für einen Platz in einer Alteneinrichtungen nach Plößberg oder Tirschenreuth muss. Die Einrichtungen dort sind sehr gut, aber wir müssen dafür sorgen, dass auch in unserer Gemeinde ein Angebot besteht.

Weiterhin wäre dies eine Leerstandsoffensive in der Stadt und den Dörfern. Wohnraum ist überall knapp, trotz mancher leerstehender Gebäude. Dabei möchte ich neue Ideen zur Vermarktung leerstehender Häuser ausprobieren, um z.B. für junge Familien Wohnraum zu schaffen und unsere Stadt und Dörfer lebenswerter machen. Dazu gehört auch der Einkaufsmarkt und das Ärztezentrum.

Das Städtebauförderprogramm in Bärnau und die Dorferneuerung in Thanhausen sind mir sehr wichtig. Dazu gehören viele Projekte vom Alten Schloss in Bärnau als Einrichtung für Jung und Alt, dem Bischof-Senestrey-Haus für günstigen Wohnraum, einem besseren Erscheinungsbild des Bärnauer Friedhofs bis hin zum Marktplatz, den ich zur „guten Stube“ weiterentwickeln möchte.


Was würdest du in den ersten hundert Tagen in Angriff nehmen?

GB: Zu allererst würde ich mich mit allen Mitarbeitern des Rathauses zusammensetzen. Auch hier bin ich sicher, dass es viele Ideen gibt, die bisher nicht „abgerufen“ wurden. Die Arbeit im Stadtrat möchte ich in Zusammenarbeit mit den Fraktionen neu organisieren, einen Hauptausschuss bilden, einen Jugendrat einrichten und Bürgermeister-Sprechstunden wieder einführen.

Für das Hallenbad möchte ich alle Beteiligten an einen Tisch holen und mit Fachleuten eine umfassende und unvoreingenommene Analyse in Auftrag geben. Der Förderverein müsste gestärkt und Bürger motiviert werden sich einzubringen, sowie staatliche Stellen und Ämter beteiligt werden.

Die Abschaffung der Kindergarten-Beiträge für eine familienfreundliche Gemeinde.

Falls bereits möglich, auch die Offenlegung der Gebührenkalkulation für Wasser und Abwasser.

Einen Kassensturz und Kostenanalyse für das Heizwerk und die Entwicklung eines Energiekonzeptes um

Lösungen für die zu geringe Energieabnahme zu finden. Ich würde eine entsprechende Arbeitsgruppe unter Einbeziehung von Fachleuten gründen und die Bürger über Sinn und Unsinn der Kommunal-GmbH transparent informieren.


Wieso eine gemeinsame Liste mit den Grünen?

GB: Zum einen sind wir inhaltlich sehr nah. Die SPD-Fraktion hatte sich immer auch als Anwalt für Landschafts- und Naturschutz gesehen. Zum anderen wollten wir eine starke Liste aufstellen, die zeigt, dass wir offen sind, über Parteigrenzen hinweg, mit anderen zusammenzuarbeiten. Auf unserer Liste findet man Kandidaten der SPD, den Grünen, ehemalige CSU-Mitglieder, ehemalige WSL-Mitglieder, genauso wie viele Parteilose. Unsere Liste ist damit eine Liste der Öffnung und des Aufbruchs.


Was sagst du zu den Anfeindungen der anderen, die SPD-Fraktion wären Verhinderer?

GB: Dies ist ein ziemlich dummer Vorwurf. Meine Gegenfrage wäre dann – was haben wir denn verhindert? Nichts! – denn wir hatten ja nicht die Mehrheit gegen die Blockabstimmungen der CSU und JWG. Dies kann jeder normal denkende Mensch nachvollziehen. Diejenigen, die dies behaupten, haben dagegen konkret Projekte verhindert: z.B. kommunale Windräder, eine Energieerzeugung über eine Biogas-Anlage für den Schulkomplex oder den möglichen Weiterbetrieb des Hallenbads. Man sollte sich mal öfters selbst an die Nase fassen.


Wie stehst du zur neuen Liste der BWG?

GB: Da gibt es nicht viel zu sagen. Tatsache ist, dass die beiden SR Hubmann und Fischer oft mit der CSU/JWG gestimmt haben und auch manchmal persönliche Interessen mit einflossen. Erstaunlich finde ich nur, dass die Liste als Ziel die Wiedereröffnung des Hallenbads vorgibt, aber Kandidat Fischer bei der Abstimmung im Stadtrat im Dezember 2015 zusammen mit CSU und JWG gegen das Hallenbad gestimmt hat.


Was sagt deine Familie zur Kandidatur?

GB: Wir haben dies in meiner Familie ausführlich diskutiert und die Entscheidung war nicht einfach, da wir mit drei Kleinkindern gut gefordert sind. Falls die Bürger mir das Vertrauen aussprechen würden, müsste beruflich und privat einiges angepasst werden, dies ist aber nichts Neues für mich. Aber, und das ist entscheidend: Meine Familie steht hinter mir!


Wie waren deine Wahlveranstaltungen in den Ortsteilen?

GB: Sie waren zum einen sehr gut besucht. Die Bürger unserer Gemeinde interessiert, wie es in den nächsten sechs Jahren im Rathaus weitergeht. Zum anderen zeigten die Diskussionen, dass sich viele Bürger mit den kommunalpolitischen Themen auseinandersetzen, Interesse da ist und die Fragen und Beiträge immer berechtigt waren. Es zeigt auch, dass es ein Fehler wäre, die vielfältigen Ideen und Überlegungen unserer Bürger nicht zu berücksichtigen, weil man ja eh schon immer alles selber weiß.

Vielen Dank für das nette Gespräch!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s